Blau-Weiss statt Braun e.V.
Ein etwas anderer KSC-Fanclub

Warum wir uns gründeten

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Fußball ist ein interessanter Sport. Hunderttausende spielen regelmäßig selbst Fußball, Millionen schauen jeder Woche zu. Egal ob vor Ort im Stadion oder am Fernseher. Und wenn mal wieder WM oder EM ist, wird das halbe Land zu Bundestrainern.
Die Spielidee ist eigentlich simpel. Zwei Mannschaften spielen gegeneinander. Und das Runde muss ins Eckige. Und zwar möglichst oft.

Wichtige Spiele elektrisieren. Und damit meine ich nicht nur das Champions-League Finale, sondern auch Partien gegen die Roten aus der Landeshauptstadt oder den FCK gegen KSC. Dieses Spiele werfen einen langen Schatten voraus und das Spiel und das Ergebnis wird noch lange hinterher auf beiden Seiten diskutiert. Im Stadion werden viele Emotionen freigesetzt. Sieg und Niederlage liegen oft eng beieinander. Und auch wenn gewalttägige Auseinandersetzungen in den Stadien praktisch so gut wie nicht mehr vorkommen, ist Fußball für viele ein Ersatz für Kämpfe und Schlachten. Wir gegen die. Oder alle gegen Red Bull.

In diesem emotional aufgeheizten Umfeld versuchen Rechtsradikale gerne, für ihre Menschen verachtende Ideologie neue Anhänger zu gewinnen. Denn wenn Emotionen freien Lauf haben und der gesunde Menschenverstand mal für 90Minuten etwas zurückgefahren wird, kann man dies leicht in Richtung Fremdenhass und Rassismus umleiten.

Es gibt viele Stadien in Deutschland, in denen Rechtsradikale – teilweise erfolgreich – versucht haben, die Kontrolle über die Fankurven zu gewinnen. Ein plakatives und drastisches Beispiel gab es bei Alemannia Aachen. Dort hat es die „Karlsbande“, eine nach rechts offene Ultra-Gruppierung die antifaschistisch auftretenden Aachen-Ultras (ACU) gewaltsam aus dem Stadion verdrängt. Aber auch in Dortmund, Braunschweig und vielen anderen Städten gibt und gab es Probleme mit rechtsradikalen Gruppierungen in den Fankurven.

Blau-Weiß statt Braun gibt es seit dem Jahr 2000. Damals war der KSC nach einer katastrophalen Saison in die damals drittklassige Regionalliga Süd abgestiegen. In der Regionalliga hat der KSC einen richtigen Umbruch erlebt. Es kam ein neues Präsidium, eine komplett neue Mannschaft und ein neues Trainerteam – und auch auf den Rängen hat sich vieles verändert. Viele langjährige KSC-Fans kamen nicht mehr in den Wildpark, dafür gründeten sich neue Fanclubs und es war die Anfangszeit der Ultra-Bewegung. Damals haben auch rechtsradikale Parteien und Kameradschaften immer wieder versucht, einen Fuß in die Fanszene des KSC zu bekommen und haben mehr oder weniger öffentlich geworben und Flugblätter verteilt.

Mit der Gründung von BWsB haben wir da aktiv gegengesteuert, indem wir die Fans für das Thema Rechtsextemismus im Stadion sensibilisiert haben. Glücklicherweise sind wir uns in Karlsruhe einig, dass Rassismus kein Fangesang ist. Dafür setzen sich nicht nur der KSC, sondern auch die Supporters (der Dachverband der KSC-Fans) und die allermeisten Ultras ein. Dinge wie Affenlaute und Rassistische Sprechchöre hört man im Wildparkstadion bis heute nicht. Und das ist gut so.

Fußball ist ein sehr integrativer Sport. Wenn man einen Ball auf den Hof einer Erstaufnahmeeinrichung für Geflüchtete wirft, ist sofort ein Spiel im Gange, in dem die Menschen die Sorgen des Alltags vergessen. Und nirgendwo findet man so schnell Anschluss in die Gesellschaft als in Sportvereinen. Und das gilt auch für den Karlsruher SC. Deshalb ist es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass der Fußball bunt oder in unserem Falle blau-weiß bleibt. Und nicht von braunen Kameraden übernommen wird.